Freitag, 29. April 2016

Tunesisch gehäkelter Drachenschwanz

Gestern ist mir mein erster Drachenschwanz von der Nadel gehüpft. Dabei handelt es sich um ein Tuch oder einen Schal, der aufgrund seiner Form mit den Zacken eben an den Schwanz eines Drachen erinnert.
Nun gibt es ja die Möglichkeit diesen zu stricken oder zu häkeln. Stricken fällt flach, kann ich nicht, also habe ich mir eine meiner Bambusnadeln mit Schlauch geschnappt und das Ding tunesisch gehäkelt.

Zum tunesisch häkeln gibt es ganz viel im www, einfach mal Tante Gockel fragen  smilie_happy_338.gif

Meinen Drachenschwanz habe ich nach dieser Video-Anleitung auf YT gehäkelt: Redaktion Hug - Häkeln & Stricken - Drachenschwanz


Momentan wird der Drachenschwanz noch gespannt. Dazu habe ich ihn von Hand gewaschen und mit gefühlten 1000 Stecknadeln auf ein großes Stück Pappe gesteckt. Heute renne ich nochmal mit dem Dampfbügeleisen drüber, also er wird nochmal gedämpft, damit er weitestgehend seine Form behält...


Eine meiner tunesischen Häkelnadeln...


Hier sieht man das Muster noch ein bisschen genauer...

Gehäkelt habe ich mit einem mehrfarbigen Polyacrylgarn, von welchem ich fast 200g (je Knäul 133m/50g) verbraucht habe. 

Ein Tragefoto folgt noch... oder auch nicht... je nachdem ob er mir steht oder nicht  smilie_frech_146.gif 


Liebe Grüße
eure Anna


Anmerkung: Nein, durch das verlinken des Videos verdiene ich nichts und da ist auch nichts gesponsert!

Mittwoch, 20. April 2016

April, April, der weiß nicht was er will...

Morgens, Nebel das man die Hand vor Augen nicht sieht... Vormittags, Lichtstrählchen die man kaum als solche erkennt... Mittags, dicke Wolken mit ein paar Angsttropfen... Nachmittags, Wolkenbruch mit Platzregen und lustigem Flatterwind... Abends, Sonnenschein pur mit Temperaturen an die 20 Grad... Nachts, kalt wie im Eisfach...

Und so geht das nun schon seit Wochen  smilie_tra_188.gif  Nüscht kannste wirklich machen, da das Wetter so unbeständig ist... da kommt Freude auf! Und meinen Pflanzen auf Balkonien bekommt das gar nicht gut.


Das ist echt ein wahres Trauerspiel. Soooo einen schlechten Start ins neue Gartenjahr hatte ich noch nicht gehabt. Die Chilis kann ich vergessen, die sind so mickrig und seit Wochen nicht mehr gewachsen und die Tomaten können oder wollen nicht wachsen... es fehlt einfach Sonne und Wärme.

Da sieht es bei den Anzuchten von den Blumen schon wieder anders aus.


Von oben links nach unten rechts:

• weisse Duft - Flockenblume
• Echter Schwarzkümmel von der lieben Sigrun
• nochmal Echter Schwarzkümmel
• Schmuckkörbchen, rosa und weiss
• nochmal Schmuckkörbchen, rosa und weiss
• nochmal weisse Duft - Flockenblume
• rote Sonnenblume
• Schmuckkörbchen, orange (... gekauftes Saatgut von einem namhaften Vertreiber, aber die Keimquote ist mehr als miserabel)
• nochmal Schmuckkörbchen, orange
• Levkojen (... Saatgut wohl zu alt, keimen nicht) 
• keine Ahnung was es ist, keimt aber
• nochmal keine Ahnung, keimt nicht
• Zinnien, kleine Mischung
• nochmal Zinnien, kleine Mischung
• rote Seidenblume (... keimt nicht, Saatgut wohl auch zu alt)

Die Kleinen werde ich morgen in den Garten verfrachten, denn morgen soll es ... oh Wunder ... den ganzen Tag sonnig und warm sein.

Komische Narzissen... da kommen bis zu drei Blüten gleichzeitig aus einem einzigen Stengel.


Links haben wir eine Ameisenkönigin, aber da komme ich gleich noch dazu...

Die anderen beiden Bilder zeigen den Naschbalkonkasten, in dem es auch schon fleißig grünt. Oben sieht man Mangold, Salat und Möhrchen und unten nochmal Möhrchen, Salat und Radieschen. Im Kasten wachsen die Möhren richtig gut, die Keimquote ist nahezu 100%. Nur mit den Gewürztagetes bin ich bis jetzt gar nicht zufrieden. Die Keimquote liegt bei vielleicht 20%, wenn es hoch kommt. Ich werde wohl noch welche nachsäen, vielleicht war es noch zu zeitig oder die wollten nicht wegen dem doofen Wetter.


Meine beiden Kräuterkästen... ich muss es doch nochmal versuchen, denn die Kräuter sind mir irgendwie bis nach Hause gefolgt und ich kann sie ja schlecht wieder wegschicken, nich? Sowas macht man einfach nicht  smilie_happy_331.gif 

In den Blumentöpfen befinden sich Wilder Majoran, Zitronenthymian, Schnittlauch und Salbei. Diese Kräuter habe ich eben noch in extra Töpfe gepflanzt inklusive Tonkügelchendrainage. Da jedes Kräuterlein andere Ansprüche hat was das giessen angeht, ist es eben so einfacher für mich, mich etwas danach zu richten. Allzu viel giessen ist da nicht und Staunässe sollte vermieden werden. Und da ich nicht richtig weiß, ob sich alles verträgt und wie die Wurzelung ist, bin ich so lieber auf Nummer sicher gegangen. Falls sich etwas nicht mag, kann ich ganz einfach den Blumenkasten umgestalten. Zwischen Majoran und Thymian habe ich nochmal den Echten Schwarzkümmel von Sigrun reingestreuselt. Und zwischen Thymian und Schnittlauch ist der Knoblauch drin, den ich von der Tauschbörse mitgebracht habe. 
Ganz am Rand habe ich noch 3 4 Körner von einer niedrigen Kapuzinerkresse gesteckt.

Im unteren Bild sieht man den zweiten Blumenkasten, allerdings nur mit zwei Kräutern, nämlich Petersilie. Einmal Blattpetersilie und einmal Krause Petersilie. Die habe ich extra in einen Kasten gesetzt, da sie einen viel höheren Wasserbedarf haben als die anderen Kräuter. Dazwischen wurden noch ein paar Möhrchen gesät, die Sorte "Pariser Markt". Das sind so kleine runde Möhrchen die es auch im Glas zu kaufen gibt oder die sind auch beim Leipziger Allerlei dabei. 

Aber nun zu der Ameisenkönigin... die war nämlich der Meinung einen eigenen Staat im Zitronenthymian aufbauen zu müssen  smilie_sh_087.gif Da guckte ich auch erstmal nicht schlecht, als ich den Thymian aus seinem kleinen Blumenkasten befreit habe. Da war unten in dem Wurzelballen ein Loch drin und in diesem war die Königin samt ein paar Arbeiterinnen und Eiern zu sehen. Die Arbeiterinnen brachten erstmal hektisch die Eier in Sicherheit, während die Königin ganz gechillt in dem Loch rumdümpelte.

Aber seht selbst...


Die Qualität ist jetzt nicht so berauschend, aber ich fand es schon faszinierend...

Aber wohl oder übel mussten alle dort raus, denn ich hatte keinesfalls den Drang verspürt eine Ameisenkolonie auf Balkonien zu züchten und schon gar nicht im Thymian. Nicht ganz human flogen alle vom Balkon und b sie überlebt haben steht in den Sternen.


Liebe Grüße
eure Anna

Donnerstag, 14. April 2016

Unkraut, wer hat das bloß erfunden?...

Das habe ich mich gestern mal wieder fast drei Stunden lang gefragt, mit nicht jugendfreien Flüchen auf den Lippen, als ich meine kleine Sorgenecke vor allerlei Grünzeugs befreit habe.
Um den Flieder ist ja so eine grüne "was-auch-immer-das-mal-war" Ecke. Seit wir den Schrebergarten haben, überlege ich wie ich sie gestalten kann. Die Erde ist nicht sonderlich toll, von den Fliederwurzeln ziemlich durchgewühlt und auch sehr lehmig.


Das Einzigste was sich momentan darin tummelt und auch wunderbar wächst, ist das Eselsohr (Wollziest), irgendein Bodendeckergrünzeugs, Fette Henne, ein paar Hyazinthen, Krokusse und Tulpen, genauso wie Akeleien und Hauswurzen. Aber wie ihr seht ist es doch recht leer, was mir überhaupt nicht gefällt. 3 oder 4 Steinbrechpflanzen (... weiß- und rotblühend) kommen auf jedenfall rein und tja, so verliesen sie ihn. Ich habe schon überlegt in meiner Tauschbörse etwas anzufordern, aber das sind zumeist nur Stecklinge und ehe diese groß sind... das lohnt sich nicht. Ich möchte gerne unkomplizierte Pflanzen haben die sich alleine kümmern können. Am besten welche die sich auch ausbreiten. Kräuter wären, glaube ich, auch nicht ideal. Zumal ich eh kein Händchen für diese habe. 

Männe hat sogar ein kleines Zäunchen drumherum gemacht und ich die Bänder eingezogen, damit es wenigstens nach etwas aussieht. Aber so bei näherer Betrachtung sieht es sogar richtig gut aus.

Was würdet ihr in solch eine Ecke pflanzen?  smilie_denk_49.gif 

Die geliebten Hauswurzen von Männe ♥

Manchmal kriege ich es in den Kopf und dann habe ich meine fünf Minuten dreimal in einer viertel Stunde. So auch die letzten beiden Gartentage. Ich habe ja so massig Saatgut, unter anderem auch unendlich viele Blumensamen. Mir ging das so auf den Keks, das sie nur in der Kiste vor sich hinvegetierten, also habe ich mir ein paar Tütchen geschnappt und sie kurzerhand kreuz und quer im Garten verstreuselt. Wie sage ich immer: "Was kommt das kommt, was nicht lässt es bleiben!"

Ringelblume, Sonnenblume, Jungfer im Grünen, Kornblume, Wunderblume, Bechermalve, Schokoladenblume, Ziergräser, Gummibärchenblume, Papierblume, Löwenmäulchen, Kokardenblume, Studentenblume, Adonisröschen, Sommerblumen-Mischung, Liliput Zinnie, Zwergaster und Amerikanische Buschaster.

Bin mal gespannt was wächst und Unkraut jäten ist da auch nicht viel. Wie ich mich aber kenne, renne ich spätestens im Herbst durch den Garten und sammel die Samen ein. Und was habe ich dann letztenendes? Richtig, das selbe wie vorher auch... massig Samen und ich weiß nicht wohin damit. Aber so ist es wohl, das Gärtnerleben  smilie_happy_331.gif 

Die Zwiebeln (Stuttgarter Riesen und Piroska) sind auch gut angewachsen und haben schon Lauch oben dran. Ich würde ja gerne mal häckeln, aber ich traue mich nicht. Denn zwischen die Zwiebeln hatte ich Möhren (rote, gelbe und eine bunte Mischung) und als Zwischensaat Radieschen (rote, rot-weisse und weisse) gesät und oh Wunder... ich habe schon Möhrchengrün entdeckt  smilie_sh_080.gif . Nicht viel, aber immerhin ein paar ganz wenige.


Ich warte wohl noch bis mehr zusehen ist. Nicht das ich die Kleinen kaputt mache. 


Liebe Grüße
eure Anna

Sonntag, 10. April 2016

"So eine Vögelei..." ...

Das pflegt mein Vati immer zu sagen, wenn sich vor den Stubenfenstern allerlei Singvögel um die Sonnenblumenkerne balgen.
Das schöne am Dorfleben ist eben, dass man so die Möglichkeit hat viele verschiedene Vögel zu sehen als zum Bleistift in der Stadt. Das sehe ich ja hier bei uns in der Stadt. Die einzigen Vögel die sich zeigen sind Tauben, Elstern, Amseln und wenn man Glück hat, auch mal ein Spatz.
Da ist die Vielfalt bei Vati schon bedeutend größer.

Das fängt bei Blau- und Kohlmeise an, geht weiter über Grünfink, Kleiber, Gimpel, Elster und Amsel, bis hin zu Kernbeißer, Eichelhäher und Buntspecht. Besonders im Winter tummeln sich etliche Vögel an den Futterplätzen und ganz ehrlich... sie zu beobachten ist besser als fernsehen.

Nur mit dem fotografieren durch die Fensterscheibe ist es immer schwierig, denn kaum nähere ich mich diesem vorsichtig mit dem Handy ...*schwupps*... sind sie auch schon weg. Aber manchmal gelingt es doch...


Einen Kernbeißer (... die größte in Europa lebende Finkenart) habe ich so noch nie gesehen, da sich diese Vögel überwiegend im Wald aufhalten. Aber nicht selten findet man sie an Futterstellen. Es ist ein Männchen was man schön an seinem auffälligen Gefieder erkennt. Die Weibchen sind, wie sooft, nicht ganz so bunt gefärbt. Sie haben auch diese Musterung, aber nur in unterschiedlichen Brauntönen. Bei ihnen fehlt zum Bleistift die auffällige Kopffärbung, die bei den Männchen rot-orange-braun ist und bei den Weibchen nur in hellbraunen Tönen zu sehen ist. Ebenso fehlt bei ihnen die kräftig schwarze "Augenmaske". Kernbeisser haben ihren Namen daher, weil sie mit ihrem auffälligen massigen Schnabel selbst Kirschkerne knacken können, um an ihr schmackhaftes Inneres zu kommen.
Es ist sehr interessant zu beobachten, wie geschickt sie Sonnenblumenkerne knacken, um an den energiereichen Kern zu kommen.


Da ist er nochmal. Er kommt immer alleine ohne ein Weibchen. Jedenfalls habe ich noch keines gesehen.


Am meisten tummeln sich diese Vögel an den Futterstellen. Links eine Blaumeise (Weibchen, erkennt man mitunter an der weniger auffälligen blaune Färbung des Federkleides, besonders die Kopffedern leuchten in nicht so starkem Blau wie die der Männchen) und rechts eine Kohlmeise (Männchen. erkennt man am leuchtenden Federkleid, an der starken Schwarzfärbung der Brust, die Weibchen sind von der Farbe her matt und die Schwarzfärbung an der Brust ist weniger ausgeprägt, bis durchbrochen).
Diese beiden Vögel werfen sich regelmässig aus den Nistkästen, sie konkurrieren quasi darum. Ist immer ulkig anzusehen, wenn sie sich wieder darum zanken, wer nun in den ausgewählten Nistkasten einziehen darf.

Neben dem Kernbeißer finde ich Gimpel (... auch Dompfaff genannt) einfach wunderschöne Vögel. Die Männchen sind mit ihrer kräftig roten Brustbefederung eine Augenweide. Auf dem Kopf haben sie eine tiefschwarze Haube. Der Schnabel ist, wie beim Kernbeißer, massig nur etwas kleiner. Die Weibchen sehen bis auf die roten Brustfedern aus wie die Männchen. Diese sind bei den Weibchen hellbraun.


Diese flauschige Federkugel ist ein Gimpelweibchen... und krank. Wenn ein Sing- oder Wildvogel krank ist, dann ist er zu 95% verloren. Die Kleine fiel mir schon vor ein paar Tagen auf, durch ihr aufgeplustertes Gefieder und ihre Kraftlosigkeit. Auch versteckte sie immerwährend ihr Köpfchen unter den Flügeln.
Da sie den Futterplatz blockierte, habe ich sie dort rausgeholt. Sie war federleicht und zitterte wie Espenlaub. Auch wehrte sie sich nicht, sie war einfach zu schwach. Da ich ein Mensch bin, der nichts unversucht lässt, wenn es um Tiere geht, habe ich sie mit reingenommen.


Da saß sie nun in der Wohnstube, trank als hätte sie Ewigkeiten kein Wasser gesehen und kackte wohl wie nie in ihrem Leben zuvor. Dann steckte sie ihr Köpfchen unter einen Flügel und schlief ganze zwei Stunden lang in denen sie sich weder durch Lärm, unsere Stimmen noch durch mein gelegentlichen antasten stören ließ. Sie hörte irgendwann auf zu zittern und auch plusterte sie sich nicht mehr so auf. Da sie wieder lebhafter wurde, ging ich mit ihr nach draußen unter die Veranda, den es hätte nichts gebracht sie länger im Haus zu haben.


In unserem Dorf gibt es einen Tierfutterhandel und der Besitzer hat auch eine Falknerei. Diesen rief ich an, um mich zu erkundigen, was ich noch tun könnte. Er machte mir wenig Hoffnungen das sie durchkommt, aber das war mir von vorn herein klar. Das aufwärmen und Wasser geben war gut, ebenso das füttern von gepulten Sonnenblumenkernen und zerkleinerten Walnüssen. Nun musste sie selber zurechtkommen.
Ich habe sie in eine Schüssel gesetzt, die mit einem dicken Lappen ausgelegt war, dazu ein Schälchen Wasser und etwas zu fressen. Dort saß sie noch mindestens eine Stunde, trank und fraß.
Später saß sie dann in der Haselnuss. Was aus ihr geworden ist weiß ich nicht. Entweder sie hat überlebt oder ein Raubvogel oder ein Marder haben sie geholt. Aber so ist die Natur, entweder überleben oder sterben.


Liebe Grüße
eure Anna